Das Orchester 1970 mit dem Dirigenten Anton Kneissl
          Das Orchester 1970  mit dem Dirigenten Anton Kneissl

Die Vorstandschaft

Die Vorstandschaft des Musikverein Kelheim 1846 e.v. setzt sich zusammen aus:

Raimund Fries
1. Vorstand

Telefon: 09441 3342
E-Mail:   raimund.fries@gmx.de


 

Swetlana Wolf

2. Vorstand
Dirigentin
Telefon:

E-Mail:

 

Isabella Grimeisen

Schriftführerin

 

Telefon:

E-Mail:

Bernd Hubert

Kassier


Telefon: 09441 1576
E-Mail: Hubert-Kelheim@t-online.de

Kurzer Rückblick auf die Geschichte des Musikvereins Kelheim 1846 e.V.

Aus Berichten des Stadtarchivs Kelheim 

Die Gründung des Musikvereins Kelheim hängt eng zusammen mit der Grundsteinlegung der Befreiungshalle durch König Ludwig I. von Bayern am 18. Oktober 1842.  Sie war für die Stadt Kelheim ein bedeutendes Ereignis, das von der ganzen Bevölkerung mit Begeisterung aufgenommen wurde.  Die Festlichkeiten wurden von Ansprachen,  Musik und Gesang umrahmt. Hier finden Musikverein und Liedertafel den Ausgangspunkt für ihre Vereinsgründung.  Nachdem sich bei der Grundsteinlegung auf dem Michelsberg Musiker und sage und schreibe 200 Chorsänger zusammengefunden hatten,  verwundert es nicht,  dass  sich eine große Zahl von Musikliebhabern auch weiterhin traf, um zu musizieren.

 

Wie in der schönen Festschrift ‚150  Jahre Liedertafel Kelheim’, die von Richard Mohr,  dem Chronisten der Liedertafel feinsäuberlich zusammengefaßt, nachgelesen werden kann,  wurde am 3. Juli 1846 in einem ‚Wirtsgarten in der Donaustrasse’  der Beschluss gefasst,  eine ‚Liedertafel’ zu gründen.  Herr Richard Mohr schreibt dazu:  „  Da die meisten Mitglieder auch Instrumente beherrschten, pflegte man neben dem Gesang auch die Instrumentalmusik und bereits am 24. Oktober 1846 verabschiedete der Ausschuß  .......   die erste Vereinssatzung. Für die Benennung wählte man jedoch zunächst anstatt der schon seit der ersten Zusammenkunft verwendeten Bezeichnung ‚Liedertafel’ nun den offiziellen Namen  ‚Musik-Verein für die Stadt und den Landgerichtsbezirk Kelheim’.  Unter Paragraph 1 des Vereinszwecks legte man zugrunde:  ‚Der Musik-Verein für die Stadt und den Landgerichts-Bezirk Kelheim bezweckt in gesellschaftlicher Einigung neben der Pflege der Instrumentalmusik vorzüglich die Ausbildung des mehrstimmigen Männergesanges zur Erhebung und Wandlung des Geistes und Gemütes’“.

Die Vorstandschaft bestand aus dem Vorsitzenden, dem Gesangs-Dirigenten, dem Instrumental-Dirigenten, dem Cassier, dem Schriftführer, dem Conservator und dem Tafelmeister.

 

1861 erfolgte  die formale Trennung des Gesamtvereins Liedertafel/Musikverein.  Der Musik-Verein erstellt folgendes Schreiben: 

„Kelheim, 16. May 1861

Hochlöblicher Stadtmagistrat der Stadt Kelheim

Die unterzeichnenden Ausschuss-Mitglieder des neu gestifteten Musik-Vereins zu Kelheim überreichen in der Anlage die ( von den ) untenstehenden Unterzeichnenden und in einer Gesamt-Versammlung der künftigen Vereins-Mitglieder erlassenen Satzungen mit der gehorsamen Bitte, denselben die lokalpolizeyliche Genehmigung erteilen zu wollen.

Hochachtung!

Stoll                  Pernhuber                 Raidt“

 

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts  bereicherten die  beiden geschwisterlichen  Vereine das kulturelle Leben der Stadt nachhaltig. „Wiederholt wurden auch Operetten aufgeführt, die sich in der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreuten“  schreibt Richard Mohr.  Derartige Darbietungen bedingen beides  –  Orchestermusik und Gesang.

1886 lud die Liedertafel zur 40-jährigen Gründungsfeier am 23. Oktober ein. „Der Gesang des Chores, der Solisten und die Instrumentalbeiträge des Orchesters  verwandelten die Jubelfeier zu einem ‚herrlichen, weihevollen Festakt’“ hat Richard Mohr recherchiert.

 

Die Weltkriege waren für die Vereine natürlich jeweils eine Bruchstelle.  In der Zwischenkriegszeit sammelte sich das Orchester ab 1922 wieder und stieg unter seinem damals hoch gelobten Dirigenten, dem Lehrer Max Aschenbrenner, zu neuer Größe auf.  Im Jahr 1930 brachte das Orchester z.B. die Egmont Ouvertüre von Ludwig van Beethoven  und die Ouvertüre zur Oper „Der fliegende Holländer“ von Richard Wagner  zur Aufführung.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg fand man sich 1949 wieder zusammen. Das neu gegründete Orchester spielte nun ‚unter straffer Führung von Dr. Blömer’ (R.Mohr).  Gern wurden unterhaltsame Operetten aufgeführt. Es begann 1950 mit der Operette  „Glück am Rhein“ von Georg Milke,  bei der die Sänger der Liedertafel natürlich brillierten,  der Beitrag  des Orchesters  des Musikvereins aber nicht minder bedeutend war.

 

Etwa ab 1960  übernahm der Studienrat Anton Kneißl,  ein guter Cellist,  das Dirigentenpult des Musikvereins.  1962 führte er in der Franziskanerkirche mit der Liedertafel die ‚Schöpfung’ von Josef Haydn auf.

 

Etwa ab 1980 übernahm Adolf Furch,  ebenfalls Studienrat am Gymnasium und passionierter Geiger,  das Orchester.  Ein regelmäßiges Jahreskonzert wurde zur Tradition.  Auch das Vereinsleben,  den inneren Zusammenhalt der Mitglieder, förderte er durch gesellige Vereinsausflüge  und groß angelegte  schwarz-weiß Faschingsbälle,  die mit einer musikalischen Eröffnung des Musikvereins-Orchesters bestehend aus klassischen Walzer-Potpourris, Polkas und Märschen für etwa  30 Minuten eröffnet wurden;  dann übernahm eine Band den Abend  -  immer ein gesellschaftlicher Höhepunkt für das Kelheimer Bürgertum.

 

Es folgte in der Dirigentenschaft  2009  Klaus Neumeier,  ein virtuoser Klarinettist  und Leiter der Musikschule Kelheim.    Unvergessen die große Aufführung von Beethovens  Erster Symphonie am 12. Juni 2016  im Festsaal des Weißen Brauhauses  zur Feier des 170 jährigen Bestehens des Musikvereins. Darüberhinaus verstand er es,  das Orchester in seiner Rhythmik zu schulen,  nicht zuletzt durch die Einstudierung moderner Stücke im Swing oder anderen Jazzrhythmen.

 

Seit 2021  steht Swetlana Wolf am Dirigentenpult des Musikvereins,  eine Russland-Deutsche,  die in Krasnojarsk eine profunde Musikausbildung genossen hat;  Ihr Wissen fließt nun in die Darbietungen des Orchesters ein, zunehmende Anerkennung bewirkt einen sprunghaften Anstieg der aktiven Orchestermitglieder.  Der Fortbestand des Vereins scheint langfristig gesichert. 

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© Bernd Hubert